Eine Nacht in Leipzig

…die auf der Polizeistation endete

Es ist schon viele Jahre her, aber diese Geschichte möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten…

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mich beim Einkauf aufregte, als es mein Freund nicht für notwendig erachtete, die Autoscheiben zu schließen, als er seinen Wagen auf dem Parkplatz auf dem Dach vom Kaufland abstellte. Okay, der Opel war nicht mehr der jüngste, dennoch fand ich sein Verhalten ziemlich riskant.

Abends fuhr ich dann allein mit seinem Auto zu meiner Freundin nach Leipzig. Als ich dort nach circa zwei Stunden Autofahrt ankam, parkte ich den Opel in der Nähe ihres Hauses, selbstverständlich in der richtigen Fahrtrichtung und verschloss auch alle Türen und Fenster. Anschließend fuhren wir mit ihrem Auto in die Disco. Gegen 3Uhr nachts traten wir dann die Rückfahrt an und ich wollte anschließend noch heim fahren, da ich ja sowieso keinen Alkohol getrunken hatte. Als wir an ihrem Haus ankamen, wurde mir plötzlich anders, ich lief die Straße hoch und runter, wiederholte dies auch auf der gegenüberliegenden Seite, obwohl ich bereits wusste: Das Auto ist weg!

Dann erstmal meinen Freund aus dem Bett geklingelt, ihn über den Diebstahl informiert und meine Freundin rief in der Zwischenzeit die Polizei an. Die sagten ihr dann, dass zwei Ausländer wohl das Auto klauen wollten, glücklicherweise jedoch auch zu später Stunde von einer Nachbarin gesehen wurden, die sofort die Polizei verständigte. Da grad eine Streife in der Nähe der entsprechenden Straße war, gelang es denen sogar, einen der beiden Täter zu schnappen. Das Auto wurde anschließend zur Sicherheit abgeschleppt, schließlich hatten die beiden die rechte hintere Fensterscheibe eingeschlagen.

Anschließend fuhr mich meine Freundin aufs Polizeirevier, wo wir einige Stunden verbrachten, in denen wir uns irgendwelchen Blödsinn erzählten. Ich weiß nicht mehr was, ist schon zu lange her, aber es war auf jeden Fall sehr lustig. Mein Freund ließ sich dann von einem Freund nach Leipzig bringen, denn die Herausgabe des Wagens war nur an den Fahrzeugbesitzer möglich. Den Wagen konnten wir jedoch erst am Morgen gegen 9Uhr entgegennehmen. Glücklicherweise war auch noch Alles da, auch mein Schlüsselbund, den ich unterm Fahrzeugsitz gelassen hatte.

Wenige Wochen später fand dann die sinnlose Gerichtsverhandlung statt. Sinnlos, da der Ausländer einfach laufen gelassen wurde. Ich musste dafür extra nochmal nach Leipzig fahren und erhielt eine Entschädigung von 50 Euro, die kaputte Fensterscheibe mussten wir aus eigener Tasche zahlen. Na ja, inzwischen sehe ich es mit dem Verschluss von Fensterscheiben nicht mehr ganz so eng, denn wenn Jemand den Wagen mitnehmen möchte, dann halten ihn auch keine verschlossenen Scheiben und Türen von seinem Vorhaben ab.

 

Maria Kerl

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Überfall!

Letzten Monat war ich in New York. Mann, war das überfüllt da! Kaum tat ich einen Schritt vor die Tür meines Hotels, stand ich auch schon mitten im Menschengedränge! Seltsam fand ich nur, dass gleich um die nächste Straßenecke herum rein gar nichts mehr los war … . Ich beschloss folglich, mir einmal diese fast menschenleere Nebenstraße genauer zu betrachten!

Wie ich da so ein paar Minuten lang vor mich hin schlendere, bemerke ich urplötzlich einen Schatten hinter mir! Ich drehe mich flink um, da heißt es “Hands up! Give me all your money!” (“Hände hoch! Gib mir all Dein Geld!”). Mir fährt jäh der Schreck in die Glieder! Was sollte ich bloß machen? Würde der Kerl mir wirklich etwas tun?

Wenn da jemand mit einer Pistole vor mir steht, dann fällt mir sprichwörtlich “das Herz in die Hose”! Es könnte ja schließlich eine echte Waffe sein, oder? Woher soll ich denn so schnell auch wissen, ob es vielleicht doch nur eine Spielzeugpistole ist? – Ich stehe also nun regungslos und mit erhobenen Händen da!

Er durchsucht in großer Eile meine Jackentaschen, nimmt mein Portemonnaie mit 200 Dollar mit und rennt, so schnell er kann! Ehe ich mich versehe, ist auf einmal alles vorbei, aber selbst zum Abendbrot steckt mir immer noch deftig der Schreck in den Knochen. Was war dort eigentlich passiert? Wurde ich wirklich überfallen, oder habe ich all das etwa bloß geträumt?

Ein Blick in meine Jackentasche verrät augenblicklich: Ich war tatsächlich bei der Polizei nach dem Überfall, was wiederum bedeutet, dass der Raubüberfall wohl wirklich stattgefunden haben muss! Noch in der folgenden Nacht plagen mich Albträume. Ich wälze mich von einer Seite auf die andere, ganz so, als ob ich ein Schnitzel wäre! Schweißgebadet wache ich auf.

Die letzte Urlaubswoche bin ich daraufhin ausschließlich am hellichten Tag auf den Hauptstraßen unterwegs gewesen! Sollte ich mich denn weiterhin unnötigem Risiko aussetzen? Dieser Urlaub nahe der Freiheitsstatue hat mir leider auch vor Augen geführt, wie sehr Freiheitsideal auf den Hauptstraßen und Kriminalität in den Nebenstraßen die New Yorker Kultur bestimmen! Was sollte ich von dem Big Apple (zu Deutsch: “großer Apfel”) auch sonst anderes erwarten? – Große Äpfel können eben genauso Maden haben wie kleine!

 

Alwin Gerstenkorn

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Heilbäder nützen auch Gesunden!

Ich fühle mich irgendwie so richtig schlapp, im Moment! Dauernd dieser Stress bei der Arbeit … , wie soll ich das bloß noch länger aushalten? – Ich brauche dringend einen Urlaub! Es ist mir dieses Jahr aber besonders wichtig, dass ich mich im Urlaub richtig erhole, nur wo kann ich recht günstig einen echten Erholungsurlaub machen?

Im Internet habe ich mich da gründlich umgesehen, und tatsächlich bin ich dort auch fündig geworden! Ich kann zunächst erst einmal nachlesen, welche Kurregion für meinen individuellen Urlaub am besten passt, zum Beispiel ist Tschechien, so wie es aussieht, eines der beliebtesten Reiseziele für Kururlaub in Europa! Viele Kurbäder locken mich hier mit klassischem Flair aus längst vergangenen Zeiten, welches in anderen Regionen Europas bereits verloren gegangen ist im Zuge der fortschreitenden Ausbreitung moderner Baukunst hierzulande.

Jedoch bieten immer noch viele Regionen in Europa gute Bedingungen für eine Kur! Von Polen über Deutschland bis in den Süden Italiens, überall lässt sich für den passenden Geldbeutel etwas finden. Natürlich hängt die persönliche Auswahl der Reiseregion auch stark von anderen Faktoren, wie beispielsweise den kulinarischen Begebenheiten, dem Klima oder der Mentalität vor Ort, ab!

Traditionell spreche ich von einer Kur zwar meist nur in einem medizinischen Zusammenhang, dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass selbst eine dreiwöchige Kurzzeitkur im Gewand eines Wellnessurlaubs durchaus erhebliches Atrraktivitätspotential für mich hat! Wer möchte schließlich nicht ein paar Wochen lang jeden Tag mehrmals massiert werden, auch wenn zugegebenermaßen bis dato keine ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden bestehen?

Ein Kururlaub ist, meiner Meinung nach, in der Tat nicht nur kranken, sondern ebenso gesunden Menschen rätlich zu empfehlen! Was sollte mich denn jetzt noch davon abhalten, mich im nächsten Urlaub so richtig von allen Seiten verwöhnen zu lassen? – Ich glaube, ich fahre im Winter bald für vier Wochen in eines der tschechischen Heilbäder!

 

Heinrich Lohse

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One Night Stand im Urlaub

Die plötzliche Lust auf schnellen Sex

Nicht wenige Frauen übermannt im Urlaub die Lust auf heißen Sex. Muss wohl an der Urlaubsstimmung liegen… So erging es mir jedenfalls vor ein paar Jahren beim Urlaub, den ich mit meiner Schwester auf einer Insel im Süden Europas verbrachte.

Ich traf ihn in einer Disco… er war nicht schön und außerdem viel älter als ich, aber seine zärtlichen Berührungen am Unterarm machten Lust auf mehr… so verließ ich irgendwann in der Nacht die Disco und fuhr mit ihm zu seinem Haus. Wir verbrachten eine tolle Nacht und wer behauptet, dass ein One Night Stand nicht schön sein kann, dem muss ich definitiv widersprechen. Die heißen Details behalte ich selbstverständlich für mich 😉

Am Morgen ließ er mich am Hotel raus, ich sah überhaupt nicht gut aus, das lag aber daran, dass ich mir alte Shorts und T-Shirt von ihm hatte geben lassen, da ich keine Lust hatte, mich in mein Abend-Outfit zu zwängen. Das Problem begann damit, dass meine Schwester bei meiner Ankunft dann nicht auf dem Zimmer war, ich keinen Schlüssel hatte und ich mich in diesem merkwürdigen Outfit in der Hotelanlage auf die Suche nach ihr machen musste. Irgendwann fand sie mich dann und nachdem ich mich geduscht hatte, gingen  wir gemeinsam frühstücken… und dann bekam ich einen riesigen Schreck. 

Ich hatte meinen Geldbeutel in seinem Haus vergessen. Im Geldbeutel waren EC- und Kreditkarten und die Tickets für die Fähre, was ein riesiges Problem darstellte, da es der Tag der Abreise war. Ich war total durcheinander, meine Schwester schwankte wohl zwischen Heiterkeit und Vorwürfen, aber dazu hatten wir nicht wirklich Zeit, denn bis 10 Uhr mussten wir das Zimmer räumen. Wir stellten also kurz darauf unsere Koffer in der Eingangshalle des Hotels ab und gingen total planlos, was wir tun sollen, in ein Cafe an der Strandpromenade, schließlich hatte ich weder seine Handynummer noch war ich mir sicher, ob ich den Weg zum Dorf, dessen Namen ich nicht kannte, den wir in der Nacht zu seinem Haus genommen hatte, wiederfinden würde. Als die bestellten Kakaos kamen, kam total unerwartet mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht auch mein One Night Stand, gab mir meinen Geldbeutel und meine Sonnenbrille, die ich noch gar nicht vermisst hatte, zurück und lud uns zum Mittagessen ein. Am späten Nachmittag fuhr er uns zur Fähre und wie ein echter Gentleman missachtete er die Absperrungen, fuhr uns bis ganz nach vorn und half uns, die schweren Koffer auf die Fähre zu schaffen, gab mir noch seine Handynummer und verschwand dann…

Na ja, er verschwand nicht wirklich, denn auch nach mehr als 6 Jahren kommt doch hin und wieder eine kurze SMS von ihm. Wir haben uns jedoch nie wieder gesehen.

 

Julia B.

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Es gibt kein Nein in Thailand

Die Höflichkeit der Thailänder kann auch anstrengen

Thailand, Land des Lächelns. So heißt es im Reiseprospekt und auf der Webseite der Tourism Authority of Thailand. Und tatsächlich, die Thailänder sind wohl eines der freundlichsten Völker der Welt. Egal ob früh, ob spät, man kann bei den Bewohnern des schönen Landes in Südostasien immer mit einem Lächeln rechnen.

Zum Beispiel die Bedienung im Restaurant in Phuket kurz nach 10 Uhr Abends. Sie strahlt uns an, als hätte sie gerade auf uns gewartet. Meine Frau und ich sind allerdings auch die einzigen Gäste am späten Abend. Sie lächelt weiter, als sie uns die Speisekarten reicht. Dann wartet sie lächelnd auf unsere Bestellung.

Wir überlegen und können uns nicht entscheiden. Soll es heute Pad Thai Reisnudelgericht sein oder ein Kaeng Phed Curry oder eine Tom Yam Ga Suppe? Uns schmeckt eigentlich fast alles thailändisches Essen hervorragend. Deswegen grübeln wir noch ein paar Minuten. Wir entscheiden uns schließlich für einen Papaya Salat und rotes Curry mit Hühnerfleisch.

Das Curry gibt es nicht mehr stellt die Bedienung weiterhin lächelnd fest. Also gut, dann mit Rinderfleisch? Nein? Fisch? Auch nicht? Die Frau lächelt als ging es um ihr Leben. Also kein Curry. Dann eben eine Tom Yum Gung Suppe mit Garnelen. Gibt es nicht mehr. Auch der Papaya Salat scheint aus zu sein.

Meine Frau und ich schauen uns an. Wir probieren noch 5 weitere Gerichte auf der Karte, ohne Erfolg. Schließlich frage ich verzweifelt, was die Küche uns denn zubereiten kann. Die immer noch lächelnde Bedienung gibt uns zu verstehen, daß die Küche bereits seit 22 Uhr geschlossen hat. Sie lächelt uns in unsere ungläubigen Gesichter…

 

Mark Lange

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In der Mongolei haben es Vegetarier schwer

Wie bekommt man fleischloses Essen in der Mongolei?

Mongolen essen zu mehr als 85% Fleisch und Milchprodukte. Kein Wunder, wird es in der Mongolei im Winter doch bis zu 40° kalt. Wer bei solchen Temperaturen draußen arbeiten muss, braucht alle Energiereserven, die er bekommen kann.

Aber jetzt ist Sommer und unsere 5-köpfige Reisegruppe ist auf Mongolei Besuch. Wir haben eine Tour durch die Wüste Gobi gemacht und lassen noch einige Tage in der Hauptstadt Ulaanbaatar ausklingen. Nach dem Wüstenabenteuer fühlen wir uns heute besonders mutig und gehen zum Mittagessen in eines der vielen mongolischen Restaurants.

Der kleine Raum mit Plastikstühlen und -tischen ist halbvoll mit essenden Mongolen. Wir setzen uns an einen Tisch und man bringt uns die Speisekarte, nur auf mongolisch. Auf den anderen Tellern sehen wir viel Fleisch mit wenig Kartoffeln, Nudeln oder Reis und Gemüse nur als Verzierung. Das ist ein Problem für unsere beiden Vegetarier, Gabi und Klaus.

Doch die beiden haben sich vorbereitet und sagen dem Küchenjungen "Be nogho hoolton"- "Wir sind Gemüse Esser". Er nickt verständnisvoll, als ginge es um eine schwere Krankheit. Wir anderen deuten zufällig auf die Karte. Es wird schon irgendwas Essbares kommen. Das kann man bei umgerechnet 2 Euro schon riskieren.

Erst kommt der Milchtee, dann das Essen. Für uns Fleischesser gibt es Hammelfleisch in verschiedenen Variationen. Für die Vegetarier gibt es Hühnchen! Gabi und Klaus schauen entsetzt. "Be nogho hoolton!", "Be nogho hoolton!" tönt es aus 2 Mündern. Der Küchenjunge schaut verwirrt auf Gabi und Klaus und dann auf die Teller. Schließlich verschwindet er mit den Tellern in der Küche.

Als er zurückkommt, bringt er 2 Fischgerichte. Gabi und Klaus trauen ihren Augen kaum. Die Mongolei hat nicht einmal Zugang zu einem Meer! ruft Klaus.  "Be nogho hoolton!", "Be nogho hoolton!", rufen die beiden diesmal laut. Dem Küchenjungen gefällt das gar nicht. Er deutet auf die Fischfilets und ruft etwas auf mongolisch zurück.

So geht das hin und her und ich kann nicht mehr anders: Ich fange laut an zu Lachen. Auch die anderen stimmen mit ein und selbst Gabi und Klaus müssen sich bald ihre hungrigen Bäuche halten vor Lachen. Der Küchenjunge schüttelt nur den Kopf über die Touristen. Was haben wir erwartet, im Land der Fleischesser?

Mike Schweiger

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Urlaub auf den Philippinen

Welchen Wert fünf Euro haben können

Im Jahr 2004 flog ich mit meiner Familie auf die Philippinen in den Urlaub. Die Tatsache, dass erst im Dezember 2003 der mutmaßliche Drahtzieher des Geiseldramas um die Göttinger Familie Wallert gefasst wurde, war mir dabei egal und machte mir keinerlei Sorgen.

Zu Beginn unseres Urlaubs waren wir in einem Luxushotel in der Stadt untergebracht. An allen Eingängen des Hotels sah man Sicherheitspersonal, was mich anfangs aber nicht störte. Den ersten Abend gingen wir zum Essen in das hoteleigene Restaurant. Das Essen war gut und das Personal freundlich. Wir beschlossen, die Rechnung, die sich umgerechnet auf circa 45 Euro belief, sofort in bar zu begleichen. So wie ich von meiner Mutter gelernt habe, ließ ich in Restaurants und Cafes immer ein Trinkgeld von rund 10% zurück. So tat ich es auch diesmal, was zu einem unerwarteten Aufruhr führte. Der Kellner freute sich riesig über das Trinkgeld. Ich habe ehrlich gesagt nie zuvor einen Menschen gesehen, der sich so über fünf Euro freut. 

Bei einer unserer Fahrten mit dem Taxi durch die Stadt erfuhren wir dann von einem netten Taxifahrer, dass das Einkommen der arbeitenden Bevölkerung bei circa 150 Euro pro Monat liegt. Daher auch der Freudenausbruch über die fünf Euro, ein ganzes Tagesgehalt sozusagen, dachte ich. 

Wenige Tage später verließen wir das Hotel, da ich es vorzog, in einer kleinen Hotelanlage auf einer Insel den restlichen Urlaub zu verbringen. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, aus einem luxuriösen mit viel Sicherheitspersonal gesichertem Hotel zu kommen und direkt vor der Tür das Elend und die Armut der Bevölkerung zu spüren. Irgendwie kann man auf diese Art und Weise seinen Urlaub nicht mehr genießen. Mit Sicherheit hat dieses Erlebnis einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und zu einem Umdenken in Sachen Urlaub, Hotelunterkunft und Geld geführt. Inzwischen lege ich keinen Wert mehr auf luxuriöse Unterkünfte, sondern versuche, den Einheimischen beim Urlaub so nah wie möglich zu kommen, um das Land so kennenzulernen, wie es tatsächlich ist und nicht, wie es an die Touristen verkauft wird.

Manuel Meier

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Eine Tour quer durch Amerika

Unvergessliche Reisebegebenheiten

Es ist zwar schon über zehn Jahre her, aber wo man mich jetzt nach einer verrückten Reisebegebenheit fragt, fällt mir Folgendes wieder ein. Vor dreizehn Jahren bin ich zusammen mit meinem Trainer und meinen Vereinskameraden auf ein Turnier nach Los Angeles geflogen. Damals habe ich für die insgesamt 24 Personen die komplette Reiseplanung übernommen und dies betraf nicht nur die Flüge und die Übernachtung in LA. Denn wenn man einmal in Los Angeles in Amerika ist, dann möchte man doch noch mehr sehen. So legten wir in den insgesamt 2 Wochen mit den zwei Fünfzehnsitzern eine riesige Strecke zurück, die uns unter Anderem durch verschiedene Nationalparks, durch Las Vegas und San Francisco führte. 

Bereits in den ersten Tagen hatte der hinter uns fahrende Wagen mitten auf dem Highway einen Platten, wovon wir dummerweise jedoch nichts bemerkten. Als uns irgendwann bewusst wurde, dass sie nicht mehr hinter uns waren, bekamen wir einen großen Schreck. Schließlich hatten wir keine Mobiltelefone bei uns, um die Anderen zu kontaktieren und außerdem war im ersten Fahrzeug das gesamte Geld für die Reisekosten aller Teilnehmer. So blieb uns nichts Anderes übrig, als wieder in die entgegengesetzte Richtung zu fahren. Das Problem dabei war, dass zwischen den entgegengesetzten Fahrtrichtungen des Highways an vielen Stellen kein Blick auf die andere Seite geworfen werden konnte, da sich dort in der Mitte häufig ein riesiger Erdhügel befand. Daher beschlossen wir nach einer Ewigkeit, nun wieder in die andere Richtung zu fahren. Ich glaube, wir hatten mehr Glück als Verstand, als wir den zweiten Wagen nach circa 3 stündiger Suche an einer Ausfahrt fanden und erstmal erfuhren, weshalb wir sie verloren hatten.

In den zwei Wochen in Amerika ist natürlich noch viel mehr geschehen. An einem anderen Abend waren wir gerade auf dem Weg von einer Fast-Food-Kette zum Hotel, per Mietwagen versteht sich. Es war schon sehr später und unser Fahrer war sehr müde. Sein Fahrstil konnte nicht mehr als geradlinig bezeichnet werden, was natürlich auch der Polizei auffiel. So brachte uns diese wenig später dazu, an den Seitenrand zu fahren. Das Polizeiauto selbst hielt hinter uns. Dann näherten sich uns die zwei Polizisten mit Taschenlampe und Schusswaffen bewaffnet, von hinten und zwar von links und rechts. Das der Alkoholtest negativ ausfiel, wollten die Beiden zunächst gar nicht glauben und nach unserer Aussage, dass wir auf dem Weg in das Hotel XY sind, dessen Ausfahrt wir laut Kommentar der Polizei bereits verpasst hatten, machte unsere Geschichte nicht gerade glaubwürdiger. Glücklicherweise verloren sie jedoch schon bald das Interesse an uns und so fanden wir unser Hotel dann auch sehr schnell. 

Die Erlebnisse, die ich bei meiner 2 wöchigen Tour in Amerika gemacht habe, würden mit Sicherheit den Rahmen dieser Geschichte sprengen. Dennoch möchte ich anschließend noch einen Tipp für San Francisco geben. Wie ich bereits sagte, waren wir mit 24 Personen unterwegs und San Francisco war eine unserer letzten Stationen, so dass wir hier auch keine Hotelreservierung durchgeführt hatten. Ein fataler Fehler, wie sich damals herausstellte. Das Ergebnis war, dass wir auf der Suche nach freien Hotelzimmern ganze 6 Stunden kreuz und quer durch die Stadt gefahren sind. Nachts um 4Uhr gaben wir diese dann auf, als man uns zwei Doppelzimmer in einem Hotel anbot, mit dem Zusatz, dass wir ab 10Uhr weitere Zimmer bekommen würden. Wir nahmen die zwei Zimmer gern an. Ein Teil von uns schlief auf dem Boden, ein paar machten es sich in den Fahrzeugen bequem und morgens zehn Uhr verschwanden dann Alle in den bequemen Betten, um sich von den Strapazen der Nacht zu erhalten. Daher mein Tipp, vergessen Sie die Hotelreservierung in San Francisco auf keinen Fall, wenn Sie mit mehreren Personen unterwegs sind!


Jakob Fischer

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Nachbarschaftsklatsch

Nicht jedes Jahr ist immer so wie das letzte! Letztes Jahr war ich noch auf Mallorca und habe dort eher die ruhigeren Plätze aufgesucht. Dieses Jahr hingegen bleibe ich lieber zu Hause! Der Garten blühte bis jetzt so schön, und langsam kommt der Herbst richtig ins Land mit den sich verfärbenden Blättern: Ist das nicht einfach herrlich? – Stundenlang kann ich entspannt im Garten sitzen und meine Ruhe dort genießen!

Heute Vormittag wollte ich mir eigentlich mit ein bisschen Bowle im Garten die Zeit vertreiben. Wie ich da so lässig auf der Hollywoodschaukel herumliege, höre ich plötzlich die Nachbarskinder mit der Mama streiten! “Du wirst ihn nicht wiedersehen, Charlotte!” – “Werde ich doch! Achim liebt mich!” – “Nein, er liebt Dich nicht, er will Dich nur ins Bett kriegen, und dann haben wir nämlich den Salat, wenn er Dir keinen Unterhalt zahlt usw. … !” – “Aber wie kannst Du nur so gemein sein?!” Die Familientragödie geht noch eine ganze Weile lang weiter mit Schreien, Weinen und wirren Wortgefechten! Wie soll ich es so bloß hinbekommen, von alledem nichts mitzubekommen?

Ein Tag irgendwo zwischen Sommer und Herbst, an dem zwischen Eltern und Kindern die Fetzen fliegen, das gibt es nicht oft in meiner ruhigen Nachbarschaft! Für gewöhnlich verbrachte ich die letzten paar Urlaubstage mit Fernsehen und Faulenzen im Garten, doch was ist heute denn los? – Die Mama Roswitha will es der fünfzehnjährigen Jeanette einfach nicht erlauben, bei ihrem lieben Freund Peter zu übernachten! Bisher schien er ja immer ein braver Junge zu sein, aber die Ankündigung, sie werde das nächste Wochenende über allein mit ihm sein, noch dazu während seine Eltern verreist sind, da muss die fürsorgliche Mutter wohl Lunte gerochen haben, wie?

Ich hatte sonst nie den Eindruck, dass das Mädchen mit seltsamen Jungs Umgang hatte, und besonders der Junge, der die letzten paar Wochen stets an ihrer Seite anzutreffen war, schien doch äußerst höflich und nett zu sein, oder? – Die Mama hat offenbar sehr große Angst davor, in jungen Jahren schon als Oma zu gelten! Wie sehr ich mir das auch durch den Kopf gehen lasse, ich finde diesen Streit schlichtweg zum Lachen! Damals war meine eigene Mutter ja vollkommen anders … .

Ich sehe den wehenden Herbstzweigen noch ein bisschen nach, plötzlich kommt mir eine kalte Brise entgegen: Mein Rücken wird auf einmal ganz kalt! Es wird wohl offensichtlich immer mehr Herbst. Ein Jahr lang einmal keinen Urlaub in der Ferne zu machen, das kann aber ebenso ganz schön sein, finde ich!

 

Rudolph Terz

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Grüne Früchte

Wo kommen eigentlich die Kiwis her? Vor zwei Wochen hatte ich ‘mal wieder ein paar Kiwis im Supermarkt gekauft. Bei der letzten Kiwi angekommen, war nicht nur mein Bauch voll, sondern in meinem Kopf stellte sich ebenfalls ein Wissensloch dar, sodass ich mich daraufhin genötigt fühlte, mich einmal nach dem Land zu erkundigen, wo die Kiwis eigentlich herkommen! Flink bemühte ich meinen Computer und fragte Google nach “Kiwi”. Es kamen eine Menge an Suchergebnissen dort zustande!

Blindlings nahm ich mir ein Suchergebnis vor, jedoch, was sollte ein offenbares Huhn dort, wo ich an sich stattdessen Obst erwartet hätte? War denn der erste April? – Aprilscherze gehören einfach nicht in die jetzige Jahreszeit! Ich las die Seite ein wenig weiter durch, dann fand ich einen Link, der mich darüber aufklärte, dass “Kiwi” als Wort in der Tat mehrere verschiedene Bedeutungen hat. Nun war klar: Die Kiwi kommt aus Neuseeland, und auf Umwegen ist also der vorhin gerade gefundene neuseeländische Vogel sozusagen der Namensgeber jener grünlichen Frucht!

Da ging mir sofort ein Licht auf: Ich will nach Neuseeland reisen! Eifrig suche ich mir jetzt sämtliche Informationen über Land, Leute und Kultur zusammen, aber wo will ich eigentlich genau hin? Werde ich wohl nach Wellington fahren oder doch nach Christchurch? In Neuseeland soll es ja sogar Geysire geben! Außerdem haben die dort Berge, die beinahe wie die Alpen anmuten, Vulkane sind auch nicht selten, wie kommt es da bloß, dass ich zuvor nur selten von diesem faszinierenden Land gehört habe?

Die Flugzeit von Deutschland nach Neuseeland beträgt seltsamerweise ungefähr 24 Stunden mit Umstieg! Wer sich in Flugzeugen womöglich schwertut, ein Auge zuzutun, wäre jenem Zeitgenossen dabei nicht wohl besser mit einer Reise in Etappen gedient? – Ich jedenfalls werde auf meinem Weg dorthin bestimmt sogar mehrere Zwischenstationen einlegen! Muss ich mich denn einen ganzen Tag lang ohne Pause so unbehaglich und eingepfercht fühlten wie eine Legehenne?

Ich bin gerade am Planen, aber schon bald wage ich dann die Reise ins Unbekannte! Ob das alles wohl auch gut klappt? – Ich hoffe es jedenfalls!

 

Arthur Braun

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