Urlaub in dem Appartement

Nach zwei Jahren Urlaub auf Balkonien wollten sich meine Frau und ich mal wieder etwas gönnen. Wir debattierten also über Ziel und Art und waren uns ziemlich schnell einig, dass es Teneriffa werden sollte. Einige Tage später gingen wir ins Reisebüro um die Ecke und ließen uns ein paar Angebote machen, darunter auch eines, das wirklich verlockend klang: Ein eigenes Appartement mit allem Pipapo und vor allem Ruhe und Erholung. Meine Frau war anfangs etwas skeptisch, jedoch konnte ich sie dank meiner Überredungskünste relativ schnell überzeugen. Der Urlaub wurde gebucht und die notwendigen Vorbereitungen, wie Kinder zu den Großeltern bringen, getroffen.
Der große Tag war gekommen und meine Eltern brachten uns zum Flughafen. Alles war perfekt geplant und es konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen. Eigentlich. In Teneriffa angekommen, holten wir uns gleich die Schlüssel und fuhren zum Appartement, das für die nächsten 14 Tage UNSER Zuhause sein sollte. Als wir ankamen steckte meine Frau den Schlüssel in die Tür und schaute mich verdutzt an. „Es ist gar nicht abgeschlossen“, flüsterte sie. „Ist vielleicht so üblich“, erwiderte ich. Nichts ahnend gingen wir hinein und vernahmen auf einmal Kinderlachen. Ich schaute meine Frau an und murmelte: „Das finde ich jetzt eher unüblich.“ Sie nickte.

Wir gingen weiter in den ersten Raum – die Küche. Dort staunten wir nicht schlecht. Am Küchentisch saß eine Familie mit 3 Kindern, die uns fragende Blicke zuwarf. „Entschuldigen Sie, aber das ist unser Appartement. Das haben wir für die nächsten 14 Tage gemietet“ rief ich in die Runde. Der Mann am Tisch entgegnete mir: „Das kann gar nicht sein. Wir haben vor drei Tagen um eine Woche verlängert.“ Die Stimmung im Raum war angespannt und die Frau am Tisch meinte: „Also eigentlich ist das Appartement doch groß genug. Was halten Sie davon, wenn wir ein Zimmer räumen, die Kinder bei uns schlafen und wir uns solange die Miete teilen?“ Meine Frau und ich besprachen uns kurz und stimmten dann zu.

Eine Woche würden wir es schon aushalten und danach könnten wir uns ja immer noch beschweren. Dieser Fall traf allerdings nicht ein, denn zu unserer Überraschung verstanden wir uns mit der Familie prima und haben sogar heute noch Kontakt zu ihnen. Die Woche verging ziemlich schnell und die andere Familie reiste ab. Zugegeben ein bisschen wehmütig waren wir schon, hatten wir sie doch auch irgendwie lieb gewonnen.

von Heinz aus M.

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