Überfall!

Letzten Monat war ich in New York. Mann, war das überfüllt da! Kaum tat ich einen Schritt vor die Tür meines Hotels, stand ich auch schon mitten im Menschengedränge! Seltsam fand ich nur, dass gleich um die nächste Straßenecke herum rein gar nichts mehr los war … . Ich beschloss folglich, mir einmal diese fast menschenleere Nebenstraße genauer zu betrachten!

Wie ich da so ein paar Minuten lang vor mich hin schlendere, bemerke ich urplötzlich einen Schatten hinter mir! Ich drehe mich flink um, da heißt es “Hands up! Give me all your money!” (“Hände hoch! Gib mir all Dein Geld!”). Mir fährt jäh der Schreck in die Glieder! Was sollte ich bloß machen? Würde der Kerl mir wirklich etwas tun?

Wenn da jemand mit einer Pistole vor mir steht, dann fällt mir sprichwörtlich “das Herz in die Hose”! Es könnte ja schließlich eine echte Waffe sein, oder? Woher soll ich denn so schnell auch wissen, ob es vielleicht doch nur eine Spielzeugpistole ist? – Ich stehe also nun regungslos und mit erhobenen Händen da!

Er durchsucht in großer Eile meine Jackentaschen, nimmt mein Portemonnaie mit 200 Dollar mit und rennt, so schnell er kann! Ehe ich mich versehe, ist auf einmal alles vorbei, aber selbst zum Abendbrot steckt mir immer noch deftig der Schreck in den Knochen. Was war dort eigentlich passiert? Wurde ich wirklich überfallen, oder habe ich all das etwa bloß geträumt?

Ein Blick in meine Jackentasche verrät augenblicklich: Ich war tatsächlich bei der Polizei nach dem Überfall, was wiederum bedeutet, dass der Raubüberfall wohl wirklich stattgefunden haben muss! Noch in der folgenden Nacht plagen mich Albträume. Ich wälze mich von einer Seite auf die andere, ganz so, als ob ich ein Schnitzel wäre! Schweißgebadet wache ich auf.

Die letzte Urlaubswoche bin ich daraufhin ausschließlich am hellichten Tag auf den Hauptstraßen unterwegs gewesen! Sollte ich mich denn weiterhin unnötigem Risiko aussetzen? Dieser Urlaub nahe der Freiheitsstatue hat mir leider auch vor Augen geführt, wie sehr Freiheitsideal auf den Hauptstraßen und Kriminalität in den Nebenstraßen die New Yorker Kultur bestimmen! Was sollte ich von dem Big Apple (zu Deutsch: “großer Apfel”) auch sonst anderes erwarten? – Große Äpfel können eben genauso Maden haben wie kleine!

 

Alwin Gerstenkorn

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