Powidl mit Schuss!

Manche Leute mögen ja das hektische Treiben in einigen großen Städten. Doch Wien ist aufgrund der gemütlichen österreichischen Mentalität doch eher ein ruhiges Urlaubsziel. So hatte ich mir das jedenfalls vorgestellt … !

Ich kam für eine Woche nach Wien, hauptsächlich um die Schlösser zu besichtigen. Der erste Tag war auch schön. Ich aß echte Powidldatschgerl, mit viel Zimt und ohne Alkohol! Das war lecker! Dann als Nachtisch noch Apfelstrudel mit Vanillesauce: ein Traum!

Dann kam der zweite Tag. Ich ging nichts ahnend die Straße von meinem Hotel zum Restaurant, da kam ich an einer Bank vorbei. Die laute Sirene, die plötzlich erschallte, erschreckte mich, wie als wenn ich nachts zu plötzlich aufgestanden wäre! Ich sah in das Bankgebäude hinein: Dort waren zwei Männer mit Strumpfhosen über dem Gesicht! Sie hielten eine Bänkerin gefangen mit ihrer Pistole. Ich bekam fast einen Herzinfarkt! Noch ehe ich mich versah, kam die Polizei. Sie stürmten das Gebäude in einem Wimpernschlag! Es gab eine Schießerei und überall floss Blut! Mir wurde übel und ich wurde ohnmächtig.

Als ich wieder zu mir kam, stand ein Mann vor mir, der sich, nach Worten ringend, versuchte, bei mir zu entschuldigen: “Ich … es war ja nicht so geplant … ich … lieber Herr Peters … .” . Schließlich fand er doch Worte, und ich begriff, dass ein Krimi vor Ort gedreht wurde, aber leider irgendjemand den Drehort nicht gut genug abgesperrt hatte … . Kurzum, die Bankräuber waren Schauspieler, das Blut war Farbe und die Kommissare kennt jeder aus dem Fernsehen!

Der Doktor versicherte mir, ich sei in Ordnung, ich solle nur ein paar Tage zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben. Der Regisseur bot mir an, doch im nächten Film eine Statistenrolle zu übernehmen, quasi als Entschädigung, doch ich lehnte ab! Ich werde wohl niemals wieder so unbeschwert wie zuvor den Bürgersteig in einer Großstadt entlangflanieren!

 

Holger Peters

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