Ostseeurlaub anders als gedacht

Ein Urlaub an der Ostsee ist preiswert und schön. In wenigen Stunden ist man am Ziel angekommen und kann sich – zumindest in der warmen Jahreszeit – in die Wellen der Ostsee stürzen. Gesagt getan, letzten Sommer machten wir uns auf den Weg nach Rügen, um ein paar schöne Tage an der See zu verbringen und die Küste zu entdecken. Die Vorfreude war riesig und die Erwartungen hoch – schließlich sollte es unser erster Ostseeurlaub werden. Mehrere Personen in unserem Freundeskreis rieten uns ausdrücklich dazu, nach Rügen zu fahren. Wenige Tage später war die Ferienwohnung auf Deutschlands größter Insel gebucht und kurze Zeit danach ging es dann auch schon los in die Badeferien.

Großes Glück hatten wir mit dem Wetter, anscheinend haben wir uns intuitiv die eine schöne Woche im verregneten Sommer für unsere Ferien am Strand ausgesucht. Unsere Ferienwohnung befand sich unmittelbar an der Küste, etwas abgeschieden von bekannten Seebädern wie Binz und Göhren. Darüber war ich aber auch ganz froh – auf den großen Touristen-Trubel hatte ich nämlich überhaupt keine Lust. Vielmehr hatte ich mich einfach auf ein paar Tage Ruhe gefreut und wollte einfach nur den ganzen Tag faul am Strand liegen und meiner vornehmen Großstadt-Blässe einen gesunden Urlaubs-Taint verpassen. Unser erster Tag am Strand sollte allerdings etwas anders verlaufen, als wir es geplant hatten.

Als Westdeutscher lebt man ja oft mit der Vermutung, dass sich die Freie Körper Kultur in den Feriendomizilen der Neuen Bundesländer noch immer genauso erhalten hat, wie sie in der DDR-Zeit praktiziert wurde. Zugegeben, ich war selbst schon ein wenig neugierig auf die FKK-Strände auf Rügen. Deswegen hatten wir uns auch schon zu Hause über die FKK-Strände in der Nähe unserer Ferienwohnung informiert. Vor Ort wollten wir dem „freizügigen“ Strandabschnitt unweit von Sellin auch gleich einen Besuch abstatten und machten uns am ersten Urlaubstag frohen Mutes auf den Weg – selbstverständlich ohne Badesachen im Gepäck. Nur mit Sonnenbrille und Mütze bestückt, schlenderten wir die Promenade zum Wasser hinunter und stellten zu unserer Überraschung fest, dass am  gut gefüllten Ostseestrand niemand außer uns nackt war. Anscheinend wurde im Internet dieser Strandabschnitt irrtümlicherweise als FKK-Strand ausgewiesen. Zum Glück gab es keine schrägen Blicke, aber peinlich war mir das Ganze schon. Als ich dann aber ins Wasser stieg und mich von den warmen Wellen der Ostsee treiben ließ, war die Welt wieder in Ordnung.

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