Liebe mit Strudel

Im Urlaub rein durch Zufall die Liebe des Lebens zu finden, das will doch jeder, oder? Diesen Sommer hatte ich wieder einmal in Österreich Urlaub gemacht. Bereits drei Jahre in Folge bin ich jetzt zum Sommerurlaub da gewesen! Die Berge, die Wälder und die Seen dort sind schlichtweg einzigartig: Ist das nicht einfach herrlich?

Die ganze Landschaft um mich herum, in dieser Gegend, strahlt ganz deutlich diese eine Botschaft aus: Hier bin ich frei, hier bin ich im Urlaub und kann mich entspannen! Zu all dem angenehmen Urlaubsflair kommt noch hinzu, dass das Essen nicht nur traumhaft duftet, sondern auch ebenso gut schmeckt, doch was würde ich von meinem Urlaub ansonsten schon mehr erwarten als pure Erholung?

Wie ich da so an einem schönen Sonntagnachmittag im Café sitze und meinen Apfelstrudel genieße, der dort sogar von Hand frisch zubereitet wird, fragt mich eine Frau plötzlich von hinten: “Ist hier noch frei?”. In meinem urlaubsheiteren Österreichisch antworte ich: “Ja, freilich!”. Jetzt geht das große Gespäch los!

“Woher kommen Sie, sind Sie von hier?” – “Na, des bin I nett, aber ich spreche gerne diesen Dialekt!” Sie lächelt mich an, und ich lächle zurück. “Aus Düsseldorf komme ich!” – “Ach, und ich bin aus Dresden! Sie kommen anscheinend öfter hierher?” Ich nicke mit dem Kopf. “Ja, und mit jedem Jahr fühle ich mich hier wohler!” – “Ah, Sie sind also ein Mann, der fest entschlossen ist, nach Österreich auszuwandern?” Sie guckt mich mit humorvoll fragwürdiger Miene an. Ich muss schmunzeln: “Ja, eigentlich wäre das keine schlechte Idee, nur da ich eben meinen Job in Deutschland habe, komme ich wenigstens zum Urlaub nach Österreich.”.

Schnell wird klar, dass wir beide gerne im Land des Apfelstrudels Urlaub machen. Die folgenden zwei Wochen treffen wir uns täglich! Wir frühstücken gemeinsam, essen gemeinsam Mittag usw. … . Tatsächlich verbringen wir den jeweils ganzen Tag gemeinsam! Zwei Tage vor meiner Abreise wollen wir uns, wie üblich, voneinander bis morgen verabschieden, doch aus dem Küsschen auf die Wange wird unerwartet ein richtiger Kuss. Was war das gerade? Habe ich da eben ihre Zunge gefühlt?

Wie küssten uns immer und immer wieder, die halbe Nacht lang! Am letzten Tag stand fest: Wir haben uns verliebt! Was sollten wir nur tun? Normalerweise hätte ich ja arbeiten müssen ab Montag. Kurzerhand bat ich deshalb meinen Chef aber um zwei Monate unbezahlten Urlaub, und er willigte ein! So konnte ich mit nach Dresden kommen und feststellen, dass sie genau die Frau war, nach der ich mein ganzes Leben lang gesucht hatte!

Schließlich fand ich einen Job in Dresden, und seitdem sind wir untrennbar ein Paar!

 

Winfried Hassel

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