Haben Chinesen Humor?

Ich habe im Frühjahr einen meiner lustigsten Urlaube in der Volksrepublik China verbracht. Eines Morgens stürzte ich mich abenteuerlustig mit Freunden in die Menschenmassen von Yu Garden, einem beliebten Touristenziel in Schanghai. Sharon Stone war gerade auf einer Promotion-Tour für eine weltbekannte Kosmetikfirma in Schanghai und die Veranstalter hatten die malerischen Gebäude und Grünanlagen Yu Gardens für ein Fotoshooting mit ihr ausgesucht.

Meine Freunde und ich folgten dem Sharon-Stone-Tross in einiger Entfernung auf unserem Weg entlang von Kanälen und Pagoden. Wir gerieten ins Stocken, da immer mehr Menschen sich an Sharon Stones Fersen hefteten.

Aufdringliche Straßenhändler sprachen uns an, um uns billige Uhren- und Computersoftwareplagiate aufzuschwatzen.
Ein bewaffneter Polizist stand gelangweilt vor einem Souvenirshop und blickte desinteressiert in die Menge.
Meine freche chinesische Freundin Ling konnte es nicht lassen und beschloss den Gesetzeshüter auf den Arm zu nehmen.

„Offizier, weißt du denn, wer die blonde Frau da vorne ist?“, fragte sie scheinheilig.
„Keine Ahnung, eine blonde Ausländerin eben, es kommen Millionen her, was kümmert’s mich, Frau?“, entgegnete der Polizist gereizt.
„Das ist Hillary Clinton, Offizier, die Außenministerin der USA“, rief Ling bestimmt und setzte eine gewichtige Miene auf. Chinesische Spaziergänger blieben stehen, schauten Sharon Stone nach und begannen zu lachen.
Ein Plagiateverkäufer gesellte sich geschäftig dazu und bot uns „Basic Instinct“ 1 und 2 auf DVD an.
Der Offizier verzog keine Miene, entgegnete aber:
„Frau, verzieh dich! Meine Schicht endet gleich, du nervst mich und schleppst mir noch Kriminelle an!“
Unbezahlbar!

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